Laufend gegen Müll: Plogging
Was zunächst nicht besonders appetitlich klingt, erfreut sich jedoch immer größerer Beliebtheit und hinterlässt einen Impact: auf die Fitness und die Sauberkeit in der unmittelbaren Umgebung.
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Unglaublich, was sich in der unmittelbaren Umgebung an Müll finden lässt.
FitnesstrendPlogging?
Joggen ist einer der Volkssportarten in Österreich, Deutschland und der Schweiz schlechthin. Laufschuhe an, und schon geht es los, ohne viel Equipment oder weiteren Schnickschnack. Dabei tut Joggen nicht nur der Seele gut, um dem Alltagsstress zu entkommen, sondern hat auch positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System sowie viele weitere gesundheitliche Vorteile. Warum das Ganze also nicht um einen umweltrelevanten Aspekt erweitern? Plogging ist eine Kombination aus dem schwedischen Verb „plocka“, das so viel bedeutet wie „sammeln“ und eben dem Joggen – es wird gejoggt, und dabei Müll aufgesammelt.

Plogging vereint Joggen und Aufsammeln von Müll
HandschuheundMüllsack–losgeht’s!
Ausgerüstet mit Handschuhen und einem wiederverwendbaren Müllsack geht es dann ans Eingemachte: Während des Joggens wird Ausschau nach herumliegendem Müll in der Umgebung gehalten. Ziel ist es, die Umgebung so gut es geht von achtlos weggeworfenem Müll („Littering) zu befreien, um die Umwelt wieder atmen lassen zu können. Nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt profitieren von einer sauberen Umgebung – auch Mitmenschen sollen sich dadurch angeregt fühlen, die Umgebung zum eigenen Wohl sauber zu halten. Hinter dem guten Gedanken gibt es noch ein forderndes Intervalltraining obendrauf. Die Laufpausen, in denen sich gebückt und gesammelt wird, trainieren (mit der richtigen Technik) Beine, Gesäß und Rumpf zusätzlich. Nach der Sammelpause geht es wieder mit hohem Tempo weiter zum nächsten „Ziel“, das aufgesammelt wird. Natürlich kann das eigene Tempo selbst gewählt und auch Gehpausen können nach Bedarf eingebaut werden. Ein forderndes oder entspannendes Workout – mit zusätzlichem Sinn.

Gemeinsam macht’s mehr Spaß – Plogging (Handschuhe sind empfehlenswert)
VeranstaltungenundLauftreffen
Viele Vereine oder Organisationen nützen die gemeinschaftliche sowie gesundheits- und nachhaltigkeitsorientierte Tätigkeit, um den Teilnehmenden das Thema näherzubringen. Das gemeinsame Tun steht im Vordergrund, das schlussendlich nicht nur zum erwünschten Endorphin-High durch Sport führt, sondern auch die unmittelbare Umgebung blitzblank hält. Eine nette Geste, die zusammenschweißt und sogar Spaß macht – natürlich noch mehr im Team!
Kritischhinterfragen
Auch wenn sich Plogging-Events immer größerer Beliebtheit erfreuen, gilt es dennoch zu hinterfragen: Wie kann es soweit kommen, dass Personen den Müll von anderen Personen aufklauben müssen, um eine saubere Umgebung zu schaffen? Zwar sind diese Bemühungen, die „Taten“ anderer ausgleichen zu wollen, sehr wohlwollend und natürlich unterstützenswert. Dennoch sollte die Frage gestellt werden, wie es sein kann, dass in unserer Gesellschaft der Bequemlichkeitsfaktor dermaßen hoch angesiedelt ist und sich nach wie vor Menschen nicht dazu motivieren lassen können, ihren eigenen Dreck sachgemäß zu entsorgen (von der Tatsache, Müll insgesamt für sich persönlich zu reduzieren mal abgesehen). Wichtig wäre es, an das Verantwortungsbewusstsein aller Menschen zu appellieren und gemeinsam einen Weg zu finden, das Problem an der Wurzel packen zu können. Dass durch Plogging alle Menschen animiert werden, auch den eigenen Müll selbst mitzunehmen sei hinterfragt. Es muss ein Zugang geschaffen werden, der auch Menschen animiert, die nicht ohnehin schon im Nachhaltigkeitszug sitzen – ansonsten wirkt Plogging eher als Beschäftigungstherapie, als eine umfassende Maßnahme.
WiestehstduzudemThemaPlogging?GewinnbringendeAktionodereinTropfenaufdenheißenStein?WarstduschoneinmalbeieinemPlogging-Eventdabeioder“ploggst”dunebenbei?WelcheMöglichkeitengibtes,umdasBewusstseinallerMenschenzuschulen?
Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion!
Julia von move4sustainability
Über die Autorin:
Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.